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Nanni und Ralf Brinker von Kornblume haben vor 32 Jahren in Lingen lange vor dem Biotrend angefangen Bio-Lebensmittel zu vertreiben. Damals belächelt aber heute respektiert. Sicher war nur eines: Sie waren ihrer Zeit voraus.

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Sagte Helmut Schmidt einst.

Die Unternehmer von Kornblume zeigen einmal mehr das der geschätzte Altkanzler irrte.

LNGN Redaktion: Wenn ihr die Zeit zurückdrehen könntet, würdet ihr heute genauso starten?

Nanni Brinker: Nein, wir hätten uns viel mehr vorbereitet auf die Selbständigkeit und mehr betriebswirtschaftliche Kenntnisse erworben.

LNGN Redaktion:
Warum seid ihr damals gestartet aus einem sicheren Arbeitsverhältnis?

Nanni Brinker: Wir wollten damals die Welt verändern und etwas Nachhaltiges schaffen. Vielleicht eine Hilfsorganisation? Wir haben uns dann für Lebensmittel entschieden.

LNGN Redaktion: Wie konntet ihr damals die skeptischen Menschen beziehungsweise euer Umfeld von eurem Plan überzeugen?

Ralf Brinker: Durch unseren Glauben an die Sache und durch das Vorzeigen von Taten.

LNGN Redaktion: Welche Rückschläge musstet ihr damals erleben?

Ralf Brinker: Wir brauchten einen Kredit über 10.000 Deutsche Mark um unser Geschäft aufrechtzuerhalten. Wir haben unsere Eltern um Hilfe gebeten.


LNGN Redaktion:
Gab es Momente an dem ihr alles hinschmeißen wolltet?

Nanni Brinker:

Ja ganz oft. Doch der Glaube war stärker.

LNGN Redaktion:
War eure Zukunft mit dem Geschäft gesichert als ihr eure Kinder bekommen habt?

Ralf Brinker:
Nein, es war zu diesem Zeitpunkt in den 90ern auch nicht sicher.

LNGN Redaktion: Welche Tipps würdet ihr jemandem geben, der sich heute selbstständig machen würde?

Beide:

-einen konkreten Businessplan erstellen
-Hilfe von aussen suchen z.B. Existenzgründerberatung
-jemandem über die Schulter schauen, der schon dort ist wo man hin möchte – mit anderen Worten einen Mentor suchen und für ihn arbeiten und wenn es sein muss auch ohne Entlohnung
-keine Angst vor 70 Stunden Wochen
-für den Traum brennen.

LNGN Redaktion: Würdet ihr die Existenzgründung nebenberuflich starten oder in Vollzeit?

Beide: 100% reinhängen – Vollzeit!


LNGN Redaktion:
Gegenüber der Kornblume herrscht Leerstand. Welche Nachbarn würdet ihr euch wünschen bzw. welches Business würdet ihr aufbauen?

Ralf Brinker:

Etwas wie ehemals Hoppe fehlt noch in Lingen. Die älteren Leute haben leider nur wenige Möglichkeiten hochwertige Haushaltswaren in der Stadtmitte zu kaufen.

#stadtmesch ist eine kleine wöchentliche Kolumne jeden Freitag mit und über Menschen aus Lingen. Freuen uns über euer Feedback dazu auf Facebook.

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